Mehr Polizeieinsätze in MV während Corona-Lockdown
16.07.2020

Im Zeitraum von März bis Mai 2020 sind die Polizeieinsätze aufgrund häuslicher Gewalt im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen.

Laut einer sogenannten Kleinen Anfrage der Fraktion DIE LINKE aus dem Landtag M-V vom 19. Juni, „Frauenhäuser und Beratungsstellen für Betroffene von häuslicher Gewalt im Kontext der Corona-Pandemie“ (Drucksache 7/4979), gab es im Zeitraum März bis Mai 2020 einen Anstieg der Polizeieinsätze zu häuslicher Gewalt im Vergleich zum Vorjahr. Während es im April 2019 etwa 145 Einsätze in M-V aufgrund häuslicher Gewalt gab, waren es im April 2020 - und damit in Zeiten der bis dato strengsten Kontaktbeschränkungen – 238 Polizeieinsätze. Unklar bleibt, ob der Anstieg gleichbedeutend einer Zunahme häuslicher Gewalt ist und/oder Nachbar*innen während des Lockdowns vielleicht häufiger die Polizei bei einem Verdacht gerufen haben, weil diese häufiger zuhause waren und die Gewalt mehr bemerkten.

Die Kleine Anfrage thematisiert auch die Auslastung der Frauenhäuser in M-V. Demnach kam es im März 2020 zu einer Überbelegung von zwei Frauenhäusern im Bundesland. Das Frauenschutzhaus Schwerin verzeichnete demzufolge zwar eine kurzzeitige Überbelegung, die vorhandenen Räumlichkeiten des Frauenschutzhauses waren jedoch ausreichend. Die Schaffung zusätzlicher Unterbringungsmöglichkeiten wurde jedoch in der Hansestadt Rostock notwendig. Das dortige Frauenhaus fand in einem ansässigen Hostel eine Kooperationspartnerin, in dem seit Ende März zeitweise vier Frauen und fünf Kinder untergebracht waren.

Wir haben die vollständige Kleine Anfrage unten für Sie zum Download bereitgestellt.