Recherche zu Häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie veröffentlicht
12.02.2021

Der Rechercheverbund Correctiv wirft wichtige Fragen zur aktuellen Versorgung gewaltbetroffener Frauen auf.

Bildquelle: Owly 9 / Flickr.de

Im Februar 2021 hat der journalistische Rechercheverbund Correctiv eine deutschlandweite Recherche zur Lage Häuslicher Gewalt in der Corona-Pandemie veröffentlicht. In verschiedenen Artikeln wird ausführlich darüber aufgeklärt, ob und wie die Corona-Pandemie die Situation und Versorgung gewaltbetroffener Frauen in Deutschland verschärft hat.

Im Zuge dessen veröffentlichten Juliane Löffler und Katrin Langhans am 10.02. bei BuzzFeed den Artikel "Frauenhäuser am Limit". Die Journalistinnen erläutern in ihrer bundesweiten Recherche, dass Frauen und Kinder in der Corona-Pandemie besonders bedroht sind, Gewalt zu erleben. Doch fehlen in Deutschland tausende Frauenhaus-Plätze und die unzureichenden materiellen Ressourcen gefährden die Versorgung der Gewaltbetroffenen. Probleme, die bereits vor der Pandemie bestanden?

Aus dem Artikel:

"Der prekäre Zustand in den Frauenhäusern hat sich durch die Corona-Krise noch verschärft. Mehr als jede vierte Mitarbeiterin gab in der Umfrage an, dass im Vergleich zum Vorjahr mehr Frauen Schutz bei ihnen suchten. Manche der Häuser haben Quarantäne-Wohnungen angemietet, andere können aufgrund der Abstandsregeln nicht alle Betten belegen. Einige Mitarbeiterinnen berichten, dass die Gewalt gegen Frauen zugenommen habe. Einer Studie der TU München zufolge wurden drei Prozent aller Frauen in Deutschland während des Lockdowns Opfer häuslicher Gewalt. Mehr als doppelt so hoch war die Zahl, wenn sich die Frauen in Quarantäne befanden oder die Familien finanzielle Sorgen hatten. Um die Auswirkungen der Pandemie auf Gewalterfahrungen von Frauen und Kindern abschließend bewerten zu können ist weitere Forschung nötig."

Eine Übersicht zu allen sehr empfehlenswerten Artikeln der Recherche von Correctiv finden Sie hier. In den nächsten Tagen sollen weitere Veröffentlichungen folgen.

Reminder: Die Frauenhäuser in M-V bleiben während des aktuellen Lockdowns Tag und Nacht für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder offen. Sollte das Frauenhaus in Ihrer Nähe voll sein, werden die Mitarbeiterinnen Sie jederzeit dabei unterstützen dass Sie und Ihre Kinder anderweitig einen sicheren Platz finden.