Notwendigkeit von Koordination


Eine Vielzahl an Institutionen und Behörden sowie öffentliche oder private Einrichtungen sind mit der Thematik der Partnerschaftsgewalt, der sexualisierten Gewalt und sexuellen Kindesmisshandlungen oder Menschenhandel und Zwangsverheiratung konfrontiert oder befasst.

Häusliche und sexualisierte Gewalt ist keine Privatsache, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Sie ist weit verbreitet und aufgrund des familiären Tatortes als Familiengeheimnis tabuisiert.

Damit häuslicher und sexualisierter Gewalt professionell etwas entgegengesetzt werden kann, müssen Präventions-, Schutz- und Interventionsmaßnahmen der beteiligten Einrichtungen gut aufeinander abgestimmt werden. Um ein vernetztes Arbeiten zu fördern und die Zusammenarbeit zu intensivieren, sind neben der fallbezogenen Kooperation unbedingt auch eine fallübergreifende Kooperation und regelmäßige Vernetzung aller an der Intervention beteiligten Institutionen angebracht.

Die wesentlich beteiligten Institutionen sind: die Polizei, die Justiz, die Unterstützungs- und Schutzangebote für gewaltbetroffene Frauen und Männer, die Jugend- und Sozialämter, die Bereiche des Kinderschutzes, des Gesundheitswesens, der Erziehung und Bildung und die Angebote der Täterarbeit.
Durch die Landeskoordinierungsstelle CORA wird die effiziente Zusammenarbeit zwischen den genannten Akteuren unterstützt und befördert.

Die stete Vernetzung soll zu einer Verdichtung des Unterstützungsangebotes, einer koordinierteren Arbeitsweise und einer Sichtbarmachung von Lücken und Bedarfen im Hilfesystem sowie einer daraus resultierenden sinnvollen Spezialisierung beitragen.

Die Notwendigkeit der interdisziplinären Koordinierung der Maßnahmen zur Bekämpfung von häuslicher und sexualisierter Gewalt ist bereits im 2. Landesaktionsplan Mecklenburg-Vorpommern von 2005 und im Bundesaktionsplan von 2007 als wichtige Aufgabe formuliert worden und seither als Aufgabe an die CORA delegiert.

Der 3. Landesaktionsplan gegen häusliche und sexualisierte Gewalt in Mecklenburg-Vorpommern wurde im April 2016 fertiggestellt und dem Landesparlament zur Kenntnis gegeben. CORA arbeitete unter der Federführung des Ministeriums für Soziales, Integration und Gleichstellung (Leitstelle) in der Koordinierungsgruppe zur Fortschreibung des 3. Landesaktionsplans mit.