Entwicklung der Koordinierungsstelle


1998 nahm in Rostock das Landesmodellprojekt „Contra Gewalt gegen Frauen und deren Kinder in Mecklenburg-Vorpommern“ (CORA) seine Arbeit auf. Aufgabe dieses Projektes war es, in Rostock und den damaligen Landkreisen Bad Doberan und Güstrow Kooperation und Vernetzung von staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt zu erproben. Aus dem Modellprojekt ging die Landeskoordinierungsstelle CORA hervor. CORA wurde von 1998 bis 2003 im Auftrage des BMFSFJ durch das Forschungsprojekt WiBIG der Universität Osnabrück wissenschaftlich begleitet (Bericht der wissenschaftlichen Begleitung).

Die Koordinierungsstelle CORA ist seit 2000 in der Bundeskonferenz der Landeskoordinierungsstellen und Interventionsprojekte gegen häusliche Gewalt (kurz KLK) vernetzt. Die Bundeskonferenz verknüpft die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern mit bundesweiten Strategien, realisiert einen regen Erfahrungsaustausch und beteiligt sich an der Weiterentwicklung vernetzter Strategien zur Bekämpfung häuslicher Gewalt.

CORA unterstützte intensiv den Aufbau der Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking. Eine Sonderausgabe zu 10 Jahren CORA erschien 2008.

In den vergangen Jahren hat sich das Aufgabenspektrum der Koordinierungsstelle auf das gesamte Hilfe- und Beratungsnetz bei häuslicher und sexualisierter Gewalt, Menschenhandel und Zwangsverheiratung sowie der Täterarbeit erstreckt, um die Situation von Betroffenen von häuslicher und sexualisierter Gewalt kontinuierlich weiter zu verbessern.

Es wurden Straftatbestände geändert und die 3. Opferrechtsreform eingeführt. Diese gilt es in die polizeiliche, justizielle und beraterische Praxis umzusetzen. Die Tatsache, dass Paragraph 177 StGB (Vergewaltigung) reformiert wurde, ist ein deutliches Signal für eine veränderte Auffassung von sexueller Selbstbestimmung. Diese gesellschaftlichen Entwicklungen bestimmen den Arbeitsalltag von CORA maßgeblich mit. Neue EU-Konventionen, Änderungen in der Strafprozessordnung, neue Hilfsmaterialien und Angebote macht CORA bekannt transportiert sie in das Hilfenetz. Eigene Produktionen von Broschüren entstehen gemeinsam mit den Kolleg*innen in der Beratungsarbeit.

Es wurden neben der alltäglichen Arbeit auch bundes- und landesweit kontroverse Diskussionen zum Thema Sexismus, Antifeminismus in Verbindung mit Rassismus und Rechtspopulismus geführt, die wiederrum das Thema Gewalt in engen sozialen Beziehungen flankierten.

Inzwischen begleitet CORA bereits die Umsetzung des "Dritten Landesaktionsplans gegen häusliche und sexualisierte Gewalt M-V". Kernstück der Arbeit von CORA ist nach wie vor die Vernetzung und Kooperation von staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen bei der Bekämpfung häuslicher und sexualisierter Gewalt.

Mit der regelmäßig erscheinenden Fachzeitschrift CORAktuell können neue Herausforderungen und Entwicklungen in M-V publiziert und kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Auch ein Filmclip "gewaltfrei und selbstbestimmt" macht auf das Hilfenetz in M-V viral aufmerksam. CORA postet aktuelles auch in ihrem Facebookeintrag und twittert news.