Barrierefreiheit im Beratungs- und Hilfenetz
26.06.2013

Die Herstellung von Barrierefreiheit im Hilfenetz ist Sozialministerin Manuela Schwesig laut Bericht in der NNN vom 25.6.2013 ein wichtiges Anliegen.

Seit langem ist die barrierefreie Vorhaltung von Beratungsangeboten für Menschen mit Behinderung, die von Gewalt betroffen sind, einschließlich der Sicherstellung der entsprechenden Finanzierung ein Thema.

Die Landesregierung ist laut Pressebericht der NNN in Verhandlung mit privaten Trägern um den Zugang von Frauen mit Behinderung in Frauenhäuser zu realisieren. Das erste barrierefreie Frauenhaus soll es dann in Schwerin geben.

Der vollständige Presseartikel der NNN ist unten stehend zu lesen.

Eine repräsentative Studie zur "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ belegt: Das Ausmaß der Diskriminierung und Gewalt an behinderten Frauen ist weit höher als bisher angenommen.

Nach Artikel 6 und 16 der UN-Behindertenrechtskonvention muss der Staat geeignete Maßnahmen treffen, um Frauen und Mädchen mit Behinderungen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wohnung vor jeder Form von Ausbeutung, Gewalt und Missbrauch zu schützen.

Die Studie "Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“ belegt jedoch, dass Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen besonders häufig von körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt erlebt haben als Frauen ohne Behinderungen. So erfahren fast 50% der Frauen mit Behinderung sexuelle Gewalt in ihrer Kindheit, Jugend oder im Erwachsenenalter.

Die Wissenschaftlerinnen sprechen darüberhinaus von struktureller Gewalt in Heimen, von einem Mangel an Intimsphäre und von Reglementierungen des Alltags.

Die Forscherinnen der Universität Bielefeld hoben die besonders hohe Betroffenheit von gehörlosen Frauen und von behinderten Frauen in Einrichtungen der Behindertenhilfe hervor: Sie wiesen in allen Formen von Gewalt die höchste Betroffenheit auf: Jeweils drei Viertel der gehörlosen Frauen hatten körperliche (75%) bzw. psychische Gewalt (84%) seit dem 16. Lebensjahr erlebt, 44% sexuelle Gewalt und 87% sexuelle Belästigung.

In der Studie wird insbesondere auch sichtbar, dass ein wechselseitiger Zusammenhang von Behinderung und Gewalt bestehe. Die Studie ist die erste repräsentative Studie zu Situation von Frauen mit Behinderungen in Deutschland und umfasst sowohl Frauen mit Behinderungen in Haushalten als auch in Einrichtungen.  Den Auftrag für diese Studie erteilte das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.


Dateien:
Frauenhaeuser_ohne_Barrieren_-_nnn.pdf214 Ki