Tatort Häusliche Gewalt
08.03.2017

Jede vierte Frau in Europa wurde schon einmal Opfer von häuslicher Gewalt. Die Dokumentation von Cynthia Hill stellt gesellschaftlich bedeutsame Fragen: Warum kommt es in den eigenen vier Wänden so häufig zu gewalttätigen Übergriffen? Und warum sieht die Gesellschaft nicht hin?

Einer Studie der Weltbank zufolge ist das Risiko, einer Vergewaltigung oder häuslicher Gewalt zum Opfer zu fallen, für Frauen zwischen 15 und 44 Jahren höher als die Gefahr einer Krebserkrankung, eines Autounfalls, eines Krieges oder einer Malariaansteckung zusammen. 25 Prozent aller Frauen in Europa werden oder wurden von ihrem Lebensgefährten misshandelt. In Frankreich stirbt alle drei Tage eine Frau durch die Schläge ihres Partners. Der Ehemann von Deanna Walters wurde schon mehrmals gewalttätig. Eines Tages entführt er seine Frau, sperrt sie in einen Lastwagen und fährt mit ihr quer durch die USA. Vier Tage lang ist Deanna in der engen Fahrerkabine seinen Schlägen ausgesetzt. Trotz der schweren Verletzungen, die später im Krankenhaus festgestellt werden, wird der Ehemann nicht belastet. Deannas Verletzungen werden als „oberflächlich“ eingestuft: Es handle sich „lediglich“ um Hämatome und Schnittwunden, nicht um schwere Verletzungen oder Knochenbrüche. Kit Gruelle war ebenfalls mit einem gewalttätigen Mann verheiratet. Sie hat überlebt und widmet ihr Leben und ihre Arbeit als Anwältin seither den weiblichen Opfern von häuslicher Gewalt.

Die Dokumentation ist noch bis zum 14.03. in der Arte-Mediathek verfügbar, den Link finden Sie untenstehend.

Tatort Häusliche Gewalt