Fallzahlen zu häuslicher und sexualisierter Gewalt
27.03.2018

Die Fallzahlen des Beratungs- und Hilfenetzes aus dem Jahr 2017 sind aktuell veröffentlicht worden.

Im Beratungs- und Hilfenetz gegen häusliche und sexualisierte Gewalt wurden im Vorjahr 4.182 Fälle von Gewalt gegen Erwachsene bekannt (2016: 4.246 und 2015: 3.869 Fälle). 3.830 Kinder und Jugendliche wurden 2017 mit häuslicher oder sexualisierter Gewalt konfrontiert (2016: 3.766 Kinder; 2015: 3.289)

„Die aktuellen Zahlen bestätigen, dass häusliche und sexualisierte Gewalt ein drängendes Problem ist. Seit Jahren haben wir hohe Fallzahlen von Partnerschaftsgewalt und unsere Auswertungen zeigen: Es sind 92 Prozent Frauen, die von Partnerschaftsgewalt betroffen sind. Hinzu kommt noch ein hohes Dunkelfeld in dem Bereich der Sexualdelikte, “ so die Landeskoordinatorin Gisela Best.

Die bekannt gewordenen Straftaten sind aber auch ein Zeichen dafür, dass mehr Menschen Hilfe bei der Polizei und Hilfestellen suchen und über erlittene Gewalttaten im sozialen Nahraum sprechen. Viele Betroffene schämen sich für die erlebte Gewalt, fühlen sich mitschuldig, und es fällt ihnen schwer, über ihre Erfahrungen zu sprechen.

Häusliche und sexualisierte Gewalt in Zahlen:

2017 waren es insgesamt 4.182 Betroffene, die Hilfe und Schutz erhielten. 3.850 Frauen und 332 Männer, die aufgrund von häuslicher Gewalt, Stalking oder sexualisierter Gewalt Hilfe und Unterstützung erfuhren.

34 Erwachsene und 8 Minderjährige wurden zu Zwangsverheiratung und Menschenhandel gezwungen. Sie erhielten Hilfe durch die landesweite Fachberatungsstelle für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsverheiratung (ZORA).

In den fünf Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking M-V sind 2017 insgesamt 2.294 Fälle bekannt geworden (davon 2.010 weiblich und 284 männliche Betroffene). In diesen Familien waren insgesamt 2.101 Kinder und Jugendliche am Tatort anwesend. Vergleich: 2016: 2.287 Fälle mit 2.017 Kindern, 2015 2.100 Fälle und 1.722 Kinder.

In den neun Frauenhäusern mit insgesamt 60 Zimmern wurden 2017 313 Frauen und 361 Kinder aufgenommen, das sind 674 Belegungen. Vergleich: 2016: 630; 2015 waren es 545 Frauen mit ihren Kindern in den Häusern. Hinzu kommen für das Jahr 2017 763 Fälle ambulanter Beratung durch die Frauenhäuser und 591 Kinder als mitbetroffene häuslicher Gewalt. Vergleich 2016: 883 ambulante Fälle mit 753 Kindern, 2015: 768 ambulante Fälle mit 574 Kindern.

In den acht Beratungsstellen für Betroffene von häuslicher Gewalt in den ländlichen Regionen suchten im Vorjahr 439 Frauen und 20 Männer Beratung. In diesen Familien wurden 473 Kinder und Jugendliche Zeugen der Gewalt. Vergleich: 2016 waren es 431 Frauen, 21 Männer und 426 Kinder. 2015:439 Erwachsene und 445 Kinder.

Durch die fünf Fachberatungsstellen für Betroffene von sexualisierter Gewalt konnte 2017 in insgesamt 615 Fällen bei sexualisierter Gewalt weiter geholfen werden (292 der erwachsenen Betroffenen waren weiblich und 27 männlich). Von den 615 Personen waren 296 Betroffene minderjährig. Vergleich 2016: 553 Fälle, davon 265 Kinder und 2015 545, davon 277 Kinder.

In 319 Fällen konnten gewalttätigen Personen (291 Männer und 28 Frauen) Anti-Gewalt-Beratung unterbreitet werden. Vergleich: 2016: 301 Fälle, 2015: 307 Fälle.

 

Adressen zu den Beratungseinrichtungen und Frauenhäusern finden Sie hier: http://www.cora-mv.de/hilfenetz-m-v.html

Hier geht es zu dem Filmclip des Beratungs- und Hilfenetzes: „Gewaltfrei und Selbstbestimmt“: https://vimeo.com/248003855